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Arbeit ohne Einschränkungen

Andreas Kunkel startet trotz Schwerbehinderung im Beruf durch

S t e m w e d e / L ü b b e c k e (WB).

Wenn es darum geht, Menschen mit Schwerbehinderung einzustellen, haben viele Unternehmer Bedenken – oft aus Unsicherheit. Dass es auch Positives bringen kann, sich dieser neuen Situation zu stellen, zeigt die Geschichte von Andreas Kunkel: Auch mit nur einem funktionsfähigen Arm konnte er die Firma GuS aus Lübbecke für sich gewinnen. Andreas Kunkel ist 56 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker für Systemintegration und kann auf 30 Jahre Berufserfahrung zurückblicken. Seine Qualifizierung passt genau auf die von Firma GUS ausgeschriebene Stelle. Aber: Der Stemweder kann seinen linken Arm nicht bewegen, er ist damit schwerbehindert. Viele Arbeitgeber haben Vorbehalte. Auch Andreas Kunkel berichtet: »Ob eine Absage an der Einschränkung festzumachen ist oder nicht, das ist natürlich nicht nachvollziehbar, grundsätzlich sollte das ja nicht so sein. Man wird beim Bewerbungsgespräch aber schon besonders gemustert, es fällt dem Gegenüber auf, das merkt man.« Anders war es, als Andreas Kunkel sich bei der Firma GuS, einem Panzerglas und Winkelspiegel-Hersteller aus Lübbecke, bewarb. Die Idee kam im Gespräch mit Martina Wankelmann, seiner Arbeitsvermittlerin der Agentur für Arbeit, auf: »Die Stelle war bei uns ausgeschrieben und passte wirklich perfekt auf Herrn Kunkel. Einziges Problem: Es handelte sich um eine Teilzeitstelle, Herr Kunkel suchte etwas in Vollzeit. Gemeinsam haben wir entschieden, dass sich eine Bewerbung trotzdem lohnen könnte.« Und die beiden sollten Recht behalten: »Nach einem kurzen Probearbeiten war für uns klar, dass wir Herrn Kunkel gerne in unserem Team haben möchten«, berichtet Dr. Tanja Lindermeier-Kuhnke, Geschäftsführerin des Unternehmens.

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ARBEITGEBER-SERVICE KLÄRT AUF
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Über Fragen rund um die Beschäftigung eines Schwerbehinderten klärte Roswitha Köhler vom Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit auf. Sie hat sich auf die Vermittlung von Schwerbehinderten in Unternehmen spezialisiert. Sie weiß: Oft hilft ein offenes Gespräch mit dem Arbeitgeber über den Ablauf, eventuelle Herausforderungen, aber auch über die Leistungsfähigkeit der schwerbehinderten Arbeitnehmer schon sehr weiter, um die Bedenken der Unternehmer beizulegen. »Viele wissen zum Beispiel nicht, dass schon Diabetes zu einem Grad der Schwerbehinderung führen kann. Eine Einschränkung, die bei richtiger ärztlicher Behandlung in vielen Berufen gar keine Rolle spielt«, so Köhler. Auch Lindermeier-Kuhnke betont, dass man schon beim Probearbeiten gemerkt habe, dass die Schwerbehinderung Herrn Kunkel in der Verrichtung seiner täglichen Aufgaben nur wenig einschränkt. »Es kommt immer darauf an, um welche Art der Behinderung, um welche Tätigkeit und um welche Örtlichkeit es geht.« Dazu gibt es Unterstützungsmöglichkeiten vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und dem Integrationsamt.

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EINGLIEDERUNGSZUSCHUSS
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Außerdem konnte die Agentur für Arbeit für sechs Monate einen sogenannten Eingliederungszuschuss (EGZ) – einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt – von 50 Prozent für die Einstellung von Andreas Kunkel zusagen. Dieser Zuschuss soll erhöhten Einarbeitungsaufwand eines Unternehmens finanziell ausgleichen. »Am Ende des Tages muss man eben doch unternehmerisch denken, und bei einigen Betrieben ist gerade dieser finanzielle Ausgleich der Punkt, der die Waage in Richtung Einstellung kippt«, sagt Lindermeier-Kuhnke. Auch Personalverantwortliche Larissa Wischnewski stimmt zu: »Solche Unterstützungen sind auf jeden Fall ein wichtiger Anreiz. Und wenn man die Person dann einstellt, merkt man dann oft, dass es doch ganz gut klappt und alle Bedenken unbegründet waren.« Andreas Kunkel ist nun seit sieben Monaten im Betrieb. Die Probezeit ist vorbei. Wie geht es weiter? »Ich fühle mich wohl, bin angekommen, wurde vom Team aufgenommen. Mein Plan ist es, von hier nahtlos in die Rente überzugehen. Der Arbeitsweg ist auch wesentlich kürzer als noch zu meinem alten Arbeitsort in Minden. Ich will definitiv hierbleiben – und bin froh, dass ich das auch darf.« Für die Zukunft könne sich das Unternehmen jetzt gut vorstellen, schwerbehinderte Menschen einzustellen, betont Wischnewski. Schließlich hat Kunkel bewiesen, dass es funktioniert.

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Sie freuen sich über die Zusammenarbeit: Martina Wankelmann (Agentur für Arbeit, von links), Dr. Tanja Lindermeier-Kuhnke (GuS), Andreas Kunkel (GuS), Larissa Wischnewski (GuS) und Roswitha Köhler (Agentur für Arbeit). Mit dabei ist auch Bürohund Jerry.
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